Sportliche Aktivitäten nutzen nicht nur Figur und Kreislauf, auch Depressionen lassen sich durch regelmäßige Bewegung bekämpfen.
Fahrradfahren, zügige Spaziergänge und ähnliche Aktivitäten nutzen nicht nur Figur und Kreislauf. Auch Depressionen lassen sich durch regelmäßige Bewegung bekämpfen, berichtet eine amerikanisch-kanadische Forschergruppe im "American Journal of Preventive Medicine". Praktischerweise setzt der Effekt bei jener Trainingsintensität ein, die auch zur Vorbeugung von Diabetes und Atherosklerose empfohlen wird.
"Der allein auf das Ausdauertraining zurückzuführende Effekt ist ähnlich stark wie der von Antidepressiva", erläutert Madhukar Trivedi von der University of Texas, Dallas. Von entscheidender Bedeutung sei neben der Intensität des Trainings, dass man es tagtäglich für mindestens 30 Minuten lang absolviere. "Für Willensschwache ist das nichts", so der Mediziner. Trivedi und Kollegen verfolgten den Werdegang von 80 Erwachsenen, die eine schwere Depression ("major depressive disorder", MDD) entwickelten. Zwölf Wochen lang absolvierten die Teilnehmer an drei bzw. fünf Tagen ein Ausdauertraining mit einer Intensität von 7 bzw. 17,5 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht und Woche. Eine Kontrollgruppe führte lediglich Dehnübungen durch. Unabhängig von der Trainingsfrequenz, gingen die Symptome bei den intensiver trainierenden Personen um beinahe 50 Prozent zurück. Bei weniger intensivem Training und Dehnübungen ergab sich eine Reduktion um 30 bzw. 29 Prozent, berichten die Forscher. Die Ergebnisse sollten allerdings in einer größeren Studie überprüft werden, da in der Kontrollgruppe über die Hälfte der Teilnehmer vorzeitig aufgegeben hätten. Dennoch, so Trivedi, "könnte Sport eine brauchbare Alternative zur medikamentösen Behandlung darstellen, zumal er praktisch allen Personen empfohlen werden kann." Quelle: www.vistaverde.deBild: © Marco Kröner / PIXELIO |